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Kursleiter*in an einer Volkshochschule oder Bildungsstätte werden

An Menschen, die gern ihre Kenntnisse, Fertigkeiten und Erfahrungen an andere weitergeben, sind Volkshochschulen und Bildungsstätten immer interessiert. Werden Sie Kursleiter*in!

Anforderungen an Kursleitende sind u.a.:

  • fachliche Qualifikationen
    Als Voraussetzung für die Qualitätssicherung der Volkshochschulangebote erwarten wir solide fachliche Kompetenzen in Theorie und Praxis. Dieses Fachwissen muss nicht nur theoretisch bzw. auf wissenschaftlicher Basis vorhanden sein, sondern auch auf konkrete praxisbezogene Fragen angewandt werden können.
  • Qualifikationsmerkmale im Rahmen der Erwachsenenbildung
    In Hinblick auf die Erwachsenenbildung erwarten wir Erfahrungen und Kenntnisse im Lehren und Lernen mit Erwachsenen. Reflektierte langjährige Praxiserfahrung ist ebenso geeignet wie eine für die Erwachsenenbildung erworbene Qualifikation.
    Wichtig sind unter anderem:
    • Toleranz gegenüber Teilnehmenden aufzubringen und die Eigenkompetenzen der Teilnehmenden zu achten;
    • die Eigenverantwortlichkeit und Selbstbestimmung der Teilnehmenden zu unterstützen;
    • Sensibilität für unterschiedliche Lerninteressen der Teilnehmenden zu zeigen;
    • Lernen als Prozess im sozialen Kontext der Gruppe zu gestalten zu können (kommunikative und psychosoziale Kompetenzen im Umgang mit Teilnehmenden und einer Gruppe);
    • Transparenz des Lernprozesses gegenüber den Teilnehmenden herstellen zu können;
    • die Fähigkeit, die eigene Rolle als Kursleiter/-in kritisch zu reflektieren.

Download: Informationsblatt, wie man Kursideen an eine Volkshochschule bringen kann

Zur Infoseite: Kursleiter*in werden vom Deutschen Volkshochschul-Verband (DVV)

Erwachsenenpädagogische Qualifikation – Fortbildung der Volkshochschulen

Über den Landesverband wird die Grundqualifikation Erwachsenenbildung (EPQ) angeboten. Diese bietet die Möglichkeit, Kompetenzen aufzubauen, zu erweitern bzw. zu vertiefen und dabei die Rolle als Kursleitung zu reflektieren und sich mit anderen Kursleitenden auszutauschen. Fundierte fachspezifische Kenntnisse werden vorausgesetzt.

Die Qualifikation umfasst sieben Module mit insgesamt 63 Unterrichtseinheiten á 45 Minuten, für Fremdsprachenkursleitende ergänzt um zwei Sprachmodule.

Weitere Informationen zur Grundqualifikation

Kursleitungsportfolio

Das vorliegende „Kompetenzprofil – Lehren in der Volkshochschule“ bietet Ihnen in Form eines Portfolios den Rahmen, Ihre Kompetenzen und Ihre Angebote – Kurse, Seminare etc. – darzustellen und nachzuweisen.

Bezüglich Ihrer Kompetenzen gibt Ihnen das Portfolio die Möglichkeit der Selbsteinschätzung nach Stärken und Entwicklungspotenzialen. Darüber hinaus können Sie Zeugnisse, Tätigkeitsnachweise, Bescheinigungen etc. in der Anlage beifügen.

Sie können das Portfolio nutzen:

  • als Instrument der Kompetenzbilanzierung und -reflexion,
  • zur Außendarstellung, z.B. bei einer Bewerbung,
  • als Leitfaden für ein Bewerbungs- und Beratungsgespräch,
  • zur Kompetenzentwicklung und Fortbildungsplanung.

Kursleitungsportfolio der Volkshochschulen (.DOC)

(Das Portfolio ist eine geschützte Word-Datei, die an den entsprechenden Stellen direkt am PC oder auch per Hand ausgefüllt werden kann. Das Portfolio besteht aus Einleitungsseiten, auszufüllenden Formblättern und Ihren Anlagen. Ausfüllhinweise finden Sie direkt im Portfolio. Erarbeitet wurde das „Kompetenzprofil – Lehren in der Volkshochschule“ (Kursleiterportfolio) vom Bundesarbeitskreis Fortbildung im Deutschen Volkshochschul-Verband.)

Kursleiter*in an einer Volkshochschule oder Bildungsstätte sein

Merkblatt für Honorarkräfte

Kursleiter*innen an Volkshochschulen arbeiten als Honorarkräfte. Die Versteuerung des Honorars ist von Kursleitenden im Rahmen der Einkommenssteuererklärung selbst vorzunehmen.

Die Kursleitungstätigkeit erfolgt als selbstständig freiberuflich. Sie sind selbstständig tätige Lehrkräfte im Sinne von § 2 Satz 1 Nr. 1 Sozialgesetzbuch VI.

Steuerpflicht Einkommenssteuer:

Nebenberufliche Kursleiter*innen können den „Übungsleiterfreibetrag“ in Höhe von 3.000 € / Jahr bei der Einkommenssteuer geltend machen (§ 3 Nr. 26 Einkommenssteuergesetz). Um eine nebenberufliche Tätigkeit handelt es sich, wenn sie bezogen auf das Kalenderjahr maximal ein Drittel der Arbeitszeit eines Vollbeschäftigten erreicht. Die Ausübung eines Hauptberufs ist nicht erforderlich. Gleichartige Tätigkeiten bei verschiedenen Auftraggebern (z.B. Kurse bei mehreren Trägern) werden zusammengefasst.

Umsatzsteuer:

Kursleiter*innen, die nicht nebenberuflich tätig sind, sind umsatzsteuerpflichtig. Sie gelten als „Kleinunternehmer“, wenn ihr Umsatz im vergangenen Jahr nicht mehr als 22.000 € und im laufenden Jahr voraussichtlich nicht mehr als 50.000 € betragen wird. Zur Befreiung von der Umsatzsteuer müssen beide Voraussetzungen kumulativ gegeben sein. (§ 19 UstG).

Eine Umsatzsteuerbefreiung ist möglich, wenn der Kurs, für den das Honorar gezahlt wird, nach § 4 Nr. 21 UStG anerkannt ist. Das ist grundsätzlich nur bei berufsvorbereitenden, mit einer offiziellen Prüfung abschließenden Maßnahmen möglich. Der Antrag kann nur von der Volkshochschule bei dem zuständigen Ministerium gestellt werden.

Versicherungspflicht Rentenversicherung:

Freiberuflich tätige Kursleitende sind rentenversicherungspflichtig. Sie müssen sich nach § 190 a SGB VI innerhalb von drei Monaten nach Aufnahme der selbstständigen Tätigkeit bei der Deutschen Rentenversicherung Bund melden. Die Anmeldung und die Beitragszahlung muss von den Lehrkräften selbst vorgenommen werden.

Ausnahmen:

  • Die Tätigkeit dauert maximal zwei Monate bzw. 50 Arbeitstage im Kalenderjahr.
  • Das steuerpflichtige Honorar beträgt weniger als 450 € im Monat. Damit kann ein Honorar von bis zu 650 € (450,- € zzgl. Freibetrag nach § 3 Nr. 26 EStG) rentenversicherungsfrei erzielt werden.
  • Die Kursleitenden beschäftigen ihrerseits mindestens einen versicherungspflichtigen Arbeitnehmer.

Krankenversicherung:

Bitte setzen Sie sich direkt mit Ihrer Krankenversicherung in Verbindung, da die Regelungen sehr individuell sind.

Arbeitslosenversicherung:

Selbstständig tätige Lehrkräfte sind nicht zu Beiträgen in die Arbeitslosenversicherung verpflichtet.

Alle Angaben sind ohne Gewähr. Sie ersetzen nicht die Beratung durch einen Steuerberater, die Renten-/Krankenversicherung oder das Finanzamt.