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Zwei neue Grundbildungszentren an Volkshochschulen

Grundbildung entscheidet schnell zwischen Teilhabe oder Ausschluss. Wer nicht ausreichend lesen, schreiben oder rechnen kann, scheitert im Alltag: an Formularen, Verträgen, digitalen Angeboten. Für geschätzte 200.000 Erwachsene in Schleswig-Holstein ist das Realität. Und es geht um mehr als Buchstaben und Zahlen – es geht um Chancen, Arbeit und Selbstständigkeit. Grundbildung ist eine soziale Kernfrage.

Um zukünftige Teilnehmende noch besser zu unterstützen, werden an den Volkshochschulen Flensburg und Geesthacht zwei neue Grundbildungszentren entstehen. Sie ergänzen das Netzwerk aus bislang fünf Grundbildungszentren (in Itzehoe, Kiel, Lübeck, Neumünster und Rendsburg) und fünf Regionalstellen für Alphabetisierung (in Husum, Meldorf, Norderstedt, Oldenburg in Holstein und Rendsburg). Diese Entscheidung wurde heute durch das Bildungsministerium Schleswig-Holstein und den Landesverband der Volkshochschulen bekanntgegeben.

„Grundbildungszentren schaffen Chancen für Menschen, ihre Fähigkeiten neu zu entdecken und weiterzuentwickeln. Sie sind ein wichtiger Baustein für ein gestärktes Selbstbewusstsein von Jugendlichen und Erwachsenen, für gesellschaftliche Teilhabe und eine leistungsfähige Wirtschaft. Mit den neuen Grundbildungszentren sichern wir die Zukunftsfähigkeit für noch mehr Menschen im Land“, bekräftigt Bildungsministerin Dr. Dorit Stenke.

Im diesjährigen Landeshaushalt sind die Mittel für zwei weitere Grundbildungszentren in Höhe von 68.000 EUR jährlich pro Einrichtung vorgesehen. Außerdem stehen 100.000 EUR für die Finanzierung der Vorbereitungskurse auf Schulabschlüsse im zweiten Bildungsweg zur Verfügung. Damit leistet Schleswig-Holstein einen weiteren Beitrag zur „Nationalen Dekade für Alphabetisierung und Grundbildung“ (AlphaDekade) von 2016 bis 2026, einer gemeinsamen Initiative von Bund, Ländern und gesellschaftspolitischen Partnern. Die Erhöhung der Fördermittel zahlt zudem direkt auf die Maßnahmen zur Umsetzung der Weiterbildungsstrategie des Landes ein.

„Die schleswig-holsteinischen Volkshochschulen zeigen, dass nachholende Bildung funktioniert und Menschen ganz konkret voranbringt. Weil der Wert für die gesellschaftliche Teilhabe jedes Einzelnen so hoch ist, kommt es jetzt auf eine Fortsetzung und Verstetigung der nationalen Dekade für Alphabetisierung und Grundbildung an. Diese muss auf Bundesebene beschlossen werden – so wie es der Koalitionsvertrag vorsieht“, betont Ernst Dieter Rossmann, Vorsitzender des vhs-Landesverbandes.

Grundbildungszentren und Regionalstellen bieten kostenlose Beratung, Kurse und Lernmöglichkeiten in allen Bereichen an, die für ein selbstbestimmtes Leben in unserer Gesellschaft nötig sind – Lesen, Schreiben, Rechnen, Medien- und Digitalkompetenz, Verbraucherthemen und Weiteres. Je nach individuellem Lernstand können Teilnehmende unmittelbar in die Vorbereitungskurse für Schulabschlussprüfungen einsteigen. Die neuen Grundbildungszentren werden, wie vier der anderen, vom Land Schleswig-Holstein finanziert (in Rendsburg aus Mitteln des Kreises). Zuletzt wurde Ende 2023 das Grundbildungszentrum in Neumünster eröffnet. Der Landesverband der Volkshochschulen Schleswig-Holsteins koordiniert das Projekt. Ziel der Volkshochschulen ist ein Zentrum in jedem Kreis.

Im Jahr 2024 haben 2.032 Erwachsene die Angebote der Grundbildungszentren genutzt. Nimmt man die Leistungen aller Volkshochschulen in Schleswig-Holstein zusammen, waren es 3.006 Personen, die 2024 an 397 Kursen im Grundbildungsbereich teilgenommen haben. Hinzu kommen gute Ergebnisse der Schulabschlusskurse für Erwachsene – im letzten Jahr erhielten rund 80 Prozent der Prüflinge ihr Abschlusszeugnis.

Eine Landkarte mit Text. "Zwei neue Grundbildungszentren. Jetzt sieben Standorte in Schleswig-Holstein: Flensburg, Kiel, Rendsburg, Neumünster, Lübeck, Itzehoe, Geesthacht. Ein Ziel: mehr Teilhabe. Grundbildung - Volkshochschulen Schleswig-Holstein"