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Am 8. September ist Weltalphabetisierungstag – die Volkshochschulen sind dabei

Rund 12 Prozent der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter können nur wenig lesen und schreiben, sodass es für viele Dinge nicht ausreicht, die in unserer Gesellschaft selbstverständlich sind. In Schleswig-Holstein sind mehr als 210.000 Menschen betroffen. Darauf macht jedes Jahr im September der Weltalphabetisierungstag aufmerksam, den die Vereinten Nationen 1966 ins Leben gerufen haben. Doch auch Grundbildung wie Lesen, Schreiben und Rechnen kann nachgeholt werden: Unterstützung und Lernangebote für Erwachsene gibt es zurzeit an 27 Volkshochschulen im Land. Fast alle sind kostenlos oder erheben nur geringe Entgelte.

Der Landesverband der Volkshochschulen Schleswig-Holsteins koordiniert an den Mitgliedsvolkshochschulen 4 Grundbildungszentren (in Itzehoe, Kiel, Lübeck und Rendsburg) und 5 Regionalstellen (in Husum, Norderstedt, Oldenburg und Rendsburg). Diese werden aus öffentlichen Mitteln gefördert und können sowohl ein vielfältiges Lernangebot als auch Netzwerkarbeit vor Ort und umfangreiche Beratung anbieten.

Erst seit wenigen Monaten mit dieser Aufgabe betraut und schon voll im Thema ist Ascan Dieffenbach von der Volkshochschule Husum. Er ist zuständig für die regionale Beratungsstelle für Alphabetisierung und Grundbildung in Nordfriesland: „Ich freue mich aufs neue Semester, weil unsere Teilnehmer unheimlich positiv sind und die gemeinsame Arbeit viel Freude bereitet.“ Ein Schwerpunkt seiner Arbeit liegt momentan darauf, eine stabile Vernetzung in der Kommune herzustellen. „Ämter und andere Träger müssen sensibilisiert sein, um Betroffene zu erkennen und ihnen Ratschläge zu geben, wo sie Unterstützung bekommen können“, sagt Dieffenbach.

Neue Teilnehmer zu motivieren wieder zu lernen, ist schwierig, denn viele haben schlechte Erinnerungen an die Schulzeit. „Für Schleswig-Holstein wünsche ich mir eine bessere Unterstützung der Schulen, um die Probleme der Kinder rechtzeitig zu erkennen und sie gezielt fördern zu können. Man darf sich einfach nicht damit abfinden, dass Menschen die Schule verlassen und dennoch massive Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten haben“, betont Dieffenbach. Seine Norderstedter Kollegin Sabine Bölling fügt hinzu: „Bereits im Kindergarten müssen die Grundlagen gelegt werden.“ Böllings tägliche Motivation sind die vielen Möglichkeiten, Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf ihrem Weg zu unterstützen. Aktuell bereitet sie einen Vortrag und einen Stand auf einem Sportfest im Norderstedter Stadtpark vor. „Ich würde mir wünschen, dass wir möglichst viele gering literalisierte Menschen erreichen“, sagt Bölling.

Die Regionalstelle an der Rendsburger Volkshochschule hat schon begonnen, das Schaufenster im Buchladen zu dekorieren. Koordinatorin Cornelia Bade benennt ihr Hauptziel für den Weltalphabetisierungstag: „Ich erhoffe mir mehr Bewusstheit, was die Lese- und Schreibfähigkeiten von Erwachsenen, aber auch von Kindern betrifft.“ Auch ein paar neue Teilnehmende für die Grundbildungsangebote wären ein Erfolg, doch die Volkshochschulen wissen, dass es häufig Zeit braucht, um diesen wichtigen Schritt zu tun. Genau so hält es auch Donatella Capriz von der Regionalstelle Oldenburg: „Ich habe die Erfahrung gemacht, dass nur durch Kontinuität Erfolge erzielt werden können.“ Deshalb legt auch sie aktuell den Schwerpunkt auf Öffentlichkeitsarbeit.

In Dithmarschen kümmert sich Joachim Kring um die Regionalstelle. Er arbeitet an einer Homepage in leichter Sprache, um neue Teilnehmerinnen und Teilnehmer direkt ansprechen zu können. „Es lohnt sich“, ist Kring überzeugt: „Jede Woche treffe ich nette Teilnehmende, die mit Einsatz und Beharrlichkeit bei der Sache sind.“ Jede und jeder Einzelne hat ein persönliches Ziel, das ihn oder sie besonders motiviert.

Kennen Sie Menschen, denen das Lesen und Schreiben schwerfällt? Anonyme und kostenlose Beratung bekommen Sie bei vielen Volkshochschulen in ganz Schleswig-Holstein oder beim vhs-Landesverband.

Kontakt:

Adrienne Rausch

Tel.: 0431 97984-16
ar@vhs-sh.de
 

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