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Bildungsbericht 2020

Am 23. Juni stellte die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Anja Karliczek, den Bildungsbericht 2020 vor. Vier Themenschwerpunkte aus diesem Bericht haben besondere Relevanz für Volkshochschulen:

Die Zahl der Schulabgänger*innen ohne Abschluss und mit Erstem Allgemeinbildenden Schulabschluss stieg von 2017 auf 2018 wieder an, während die Anteile höherer Schulabschlüsse zurückgingen (siehe Seite 143). Nahezu die Hälfte (44 %) der Abgänge ohne Abschluss ist auf Förderschüler*innen zurückzuführen.

Der Bedarf an Ganztagsangeboten steigt – insbesondere für Schüler*innen an Grundschulen. Insbesondere in Schleswig-Holstein ist das Angebot der Ganztagsbetreuung für jüngere Kinder im Bundesvergleich gering (siehe Seite 121/122).

Weiterbildung, die aufgrund technischer Entwicklungen nötig ist, wird in aller Regel als betriebliche Weiterbildung organisiert (siehe Seite 211). Staatliche Angebote der Weiterbildung spielen vor allem für die Integration von Zugewanderten und als nicht-berufliche Bildung mit einer großen thematischen Bandbreite eine Rolle. Ein Großteil der Erwachsenenbildung erfolgt informell (44 % der Befragten) oder non-formal (53 % der Befragten), siehe Seite 216. Dies führt zu einer schwierigeren statistischen Erfassung als in formalen Bildungsprozessen.

Die Bedeutung von Qualitätsmanagementsysteme (QMS) in der Weiterbildung nimmt zu. Der Bericht stellt fest: „Über dem Durchschnitt liegt der Anteil bei den Volkshochschulen (VHS). Aus den jüngsten Daten der Volkshochschulstatistik geht hervor, dass 2018 bereits 91 % der VHS ein QMS implementiert haben“ (Seite 222).

Effekte der Weiterbildung sind vorwiegend auf der persönlichen Ebene bemerkbar. So „berichteten 34 % der Befragten von einer größeren persönlichen Zufriedenheit durch den Wissenszuwachs in nichtberufsbezogener Weiterbildung. Sowohl in dieser quantitativen Erhebung als auch in qualitativen Interviews wird deutlich, dass viele Erwachsene dem Lernen im Allgemeinen sowohl eine Steigerung des Selbstwertes und des persönlichen Wohlbefindens als auch eine bessere soziale Vernetzung attestieren“ (Seite 223).

Für die Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie stellt der Bericht fest: „Regionale Disparitäten in der Teilnahme an Weiterbildung können sich verschärfen, wenn mittel- und langfristig die betrieblichen und privaten Finanzierungsmöglichkeiten in wirtschaftsschwachen Regionen weiter eingeschränkt werden und zu massiven Einbrüchen der Teilnahmequoten führen (wie nach der Wirtschaftskrise 2008 in Ostdeutschland). Die Gefahr einer Verschärfung sozioökonomischer Ungleichheiten durch Teilnahmestrukturen in der Weiterbildung wächst damit“ (Seite 230).

Die Digitalisierung der Lebenswelt betrifft Bildung mehrfach; neben der Organisation ebenso als Lerngegenstand wie auch als Lernmittel und -werkzeug. Essenziell ist in dieser Frage, dass Bildungseinrichtungen selbst sowohl über eine geeignete digitale Ausstattung (siehe Seite 238 ff., insbesondere S. 245 f.) verfügen müssen als auch über die Kompetenz, diese adäquat einzusetzen (siehe Seite 268 ff., insbesondere S. 277 ff.). Verglichen mit den skandinavischen Ländern, ist die „technologiebasierte Problemlösekompetenz“ in Deutschland nicht ganz so ausgeprägt (siehe Seite 293).

Der vollständige Bericht ist als PDF verfügbar

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