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Papiertheater als immaterielles Kulturerbe ausgezeichnet

Das Papiertheater ist eine der diesjährigen Neuaufnahmen in das bundesweite Verzeichnis Immaterielles Kulturerbe der UNESCO. Im Papiertheater werden Tischbühnen – nicht größer als ein Fernsehgerät – mit Figuren und Szenen aus Papier bespielt. Diese Tradition gibt es in Deutschland seit rund 200 Jahren und sie ist nach wie vor lebendig.

Die größte internationale Zusammenkunft von Papiertheaterspielern in Europa ist das Preetzer Papiertheatertreffen – organisiert durch die örtliche Volkshochschule. Dieses Festival findet seit 1988 jährlich im September statt. Finanziert wird das Treffen aus Mitteln des Landes Schleswig-Holstein, des Kreises Plön, der Stadt Preetz sowie durch Sponsoren.

Schon in der Biedermeierzeit wurde das Papiertheater in den bürgerlichen Stuben vor familiärem Publikum gespielt. Auch Charles Dickens soll ein Papiertheater besessen und mit seinem engagierten Spiel die Nachbarn gestört haben. In Thomas Manns „Buddenbrooks“ bekommt Hanno zu Weihnachten ein Papiertheater geschenkt. Sammlern, Liebhabern und Künstlern ist es zu verdanken, dass bis heute das Papiertheaterspiel in vielen Ländern verbreitet ist.

Ein Papiertheater ist eine kleine, dreidimensionale Bühne, mit Kulissen und Figuren aus Papier, die von der Seite oder von oben geführt werden. Im Normalfall finden 20-25 Personen vor der Bühne Platz. Das Papiertheater ist sehr vielfältig, kein Stück gleicht dem anderen. Die Spielenden verbinden historische mit modernen Szenen, die sie live oder mit Tonaufnahmen untermalen. Nach der Vorführung laden viele Spielende zu einem Blick hinter die Kulissen ein.

Unter den weiteren Neueinträgen ins Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes finden sich noch mehr Themen der Volkshochschulen: Etwa Deutsche Gebärdensprache (DGS),  Buchbinden und Weinkultur in Deutschland. Wer Interesse bekommen hat, findet aktuelle Angebote im Kursportal oder auf volkshochschule.de.

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