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Ab 21. Februar: Themenwoche Jüdisches Leben auf ARD-alpha

Des Festjahr 1700 Jahre jüdische Kultur in Deutschland startet der Bildungskanal ARD-alpha mit einer Themenwoche. In der Doku-Reihe „Die Kinder der Tora“ wird die Geschichte des jüdischen Glaubens erlärt , weitere Dokumentationen, Reportagen und Diskussionen behandeln verschiedene Themen rund um jüdisches Leben früher und heute.

ARD-alpha Programmkalender

Das Programm

Sonntag, 21. Februar 2021

20.15 Uhr: Die Geschichte der Juden – Die Kinder der Tora (1/5) Ein Gott, ein Volk
Doku-Reihe, Großbritannien 2013

Simon Schama, britischer Professor für Kunstgeschichte, beleuchtet in dieser fünfteiligen Serie die Geschichte und das Wirken des jüdischen Glaubens über die Jahrhunderte hinweg. Seine Weltreise auf den Spuren jüdischer Geschichte führt ihn unter anderem nach New York, Odessa, Berlin und Jerusalem. Sein erfrischender Ansatz verknüpft jüngste archäologische  Entdeckungen mit jüdischer Kunst und Kultur, und verbindet antike und moderne Geschichten. Gezeigt wird u. a., wie die jüdische Kultur und das, was Juden gedacht, geschrieben,  gesprochen, betrauert und gefeiert haben, verknüpft ist mit dem Schicksal der übrigen Welt.

21.15 Uhr: Zu Besuch im Jüdischen Museum Berlin
Dokumentation, 2021

Montag, 22. Februar 2021

19.15 Uhr: RESPEKT kompakt Judenhass – alte neue Vorurteile und was wir dagegen tun können
Reportage, 2018, Moderation: Rainer Jilg

In sozialen Netzwerken, im Klassenzimmer und bei Präsidentschaftswahlen – Hetze gegen Juden ist Alltag: Auf Facebook werden antisemitische Klischee-Comics massenhaft geteilt. In Schulen erleben Hakenkreuz-Schmierereien, versehen mit dem Schriftzug „Drecks-Jude“, ein Comeback. In Ungarn mobilisiert Ministerpräsident Orban die Wähler mit Verschwörungstheorien vom angeblich jüdischen Geheimplan zur Überfremdung des Landes. Die Reportage „Judenhass – alte neue Vorurteile und was wir dagegen tun können“ zeigt eindrücklich, wie aktuell Judenhass heute in europäischen Nachbarstaaten und in Deutschland ist. Im Film erzählt eine jüdische Ärztin von den Anfeindungen, die sie jeden Tag erlebt.  Mitarbeiter der jüdischen Gemeinde in München berichten, wie sie sich immer wieder für die Regierungspolitik Israels rechtfertigen müssen, obwohl sie deutsche Staatsbürger sind.
Aus dem alten Antisemitismus ist ein neuer Judenhass geworden. Das Feindbild vom allmächtigen Juden ist ersetzt und erweitert worden durch das Feindbild Israel, sagt Antisemitismus-Forscher Wolfgang Benz. Der Nahost-Konflikt trägt auch in Deutschland zur Wiederkehr des Judenhasses bei. Und: Rechtspopulisten und Rechtsextremisten bilden eine Allianz mit Verschwörungstheoretikern und Israelfeinden, unter denen sich auch vermehrt Jugendliche mit Migrationshintergrund finden. Der Film „Judenhass – alte neue Vorurteile und was wir dagegen tun können“ zeigt konkrete Möglichkeiten, um altem Antisemitismus und neuem Judenhass entgegenzutreten und den Dialog zu fördern. So erklärt die interreligiöse Gruppe „Religionauten“ im Interview, wie Christen, Juden und Muslime zusammen Gemeinsamkeiten finden und so zu einem demokratischen Miteinander im Alltag beitragen können.

20.15 Uhr: Die Geschichte der Juden – Die Kinder der Tora (2/5) Im Mittelalter
Doku-Reihe, Großbritannien 2013

21.15 Uhr: Jüdisches Leben in Bayern
Dokumentation, Deutschland 2016

Am Beispiel von vier jüdischen Gemeinden wird das heutige jüdische Leben in Bayern porträtiert. Neben jüdisch religiösem Brauchtum wie Rosch Haschana (Neujahrsfest), Jom Kippur (Versöhnungstag) oder den Sukkot-Tagen (Laubhüttenfest) wird besonders hervorgehoben, wie sich jüdische Traditionen mit christlichen Traditionen in sehr entspannter Weise leben lassen.
Am deutsch-jüdischen TSV Maccabi e.V. wird deutlich, was für eine integrative Kraft im Sport liegt, und dass es immer einzelne Persönlichkeiten sind, die solche Projekte mit größtem Einsatz, Ausdauer und Überzeugungskraft durchsetzen. Beispielhaft dafür ist das Israelitische Gemeindezentrum in München, das es ohne Charlotte Knobloch und den ehemaligen Oberbürgermeister Christian Ude nicht geben würde. Das jüdische Gemeindezentrum ist ein Mikrokosmos dessen, was heute in ganz Bayern Normalität geworden ist. Beispielhaft für eine stetige und positive Entwicklung ins jüdisch/christliche und vor allem bayerische Leben von heute sind u. a. Isak Schilling, der „Alpenjude“ aus Kiefersfelden, Ignaz Berger aus Amberg, Wolfgang Nöth, der Gestalter der „Clubkultur“ in München, und viele andere. Durch sie wird deutlich, wie bereichernd und wichtig Kultur und vor allem Kommunikation ist.

22.00 Uhr: Laurel und die Bagels Jüdisches Gebäck – neu entdeckt
Dokumentation, SWR 2017

Laurel Kratochvilas Welt ist rund, schmackhaft und hat ein Loch – Laurel hat ein Faible für Bagels. Die junge Frau aus Boston ist Wahl-Berlinerin und hat ihre Bagel-Leidenschaft nach Deutschland mitgebracht. Sie verdankt die Liebe zu dem jiddischen Gebäck ihrer Großmutter, von der sie die besten Rezepte hat. Laurel Kratochvila stammt aus einer säkularen jüdischen Familie, wollte eigentlich Medizin studieren, ging dann nach Israel und arbeitete für eine NGO. In Prag lernte sie dann ihren Mann kennen. Das Paar betreibt inzwischen in Berlin einen Buchladen. Und dort kann man seit einiger Zeit die Bagels von Laurel genießen. Das handtellergroße Gebäck mit Loch in der Mitte ist in den USA sehr beliebt. Der Name kommt aus dem Jiddischen. Juden aus Osteuropa haben es im 19. Jahrhundert dorthin gebracht. In den USA, erzählt Laurel Kratochvila, gebe es eine regelrechte jüdische Food-Revolution, weil viele junge Menschen die Rezepte ihrer jüdischen Großeltern entdecken. Dass auch in Berlin die Highlights aus der jüdischen Küche eine Renaissance erfahren, dazu will sie mit ihren Bagels beitragen.

Dienstag, 23. Februar 2021

21.00 Uhr: Die Geschichte der Juden – Die Kinder der Tora (3/5) Vom Shtetl in die Stadt
Doku-Reihe, Großbritannien 2013

22.00 Uhr: Leute – wir sind Juden Crashkurs gegen Antisemitismus
Dokumentation, SWR 2020

Wenn Anastassia Pletoukhina am Freitagmorgen in ihrem Kiez in Charlottenburg unterwegs ist, hört sie oft den lautstarken Gruß "Gut Schabbes": jüdischer Alltag in Berlin, wo die junge Soziologin mit Freunden ausgelassen Purim feiert und sich auf das Pessach-Fest vorbereitet. Aber gerade hier, wo jüdischer Alltag so selbstverständlich gelebt wird, werden weitaus mehr antisemitische Straftaten als in anderen Bundesländern registriert. Mit "Empowerment"-Seminaren will Anastassia Pletoukhina ein Zeichen dagegen setzen und junge Juden befähigen, auf Antisemitismus angemessen zu reagieren. Pletoukhina ist in Russland geboren und in Lübeck aufgewachsen. Am 9. Oktober 2019 war sie in der Synagoge in Halle, als ein Attentäter versuchte, in das Gotteshaus einzudringen. "Viele Menschen aus der jüdischen Gemeinde haben das Vertrauen verloren, dass der Staat sie schützen wird", sagt Pletoukhina. Zwar sorgen Polizisten vor Synagogen für Schutz und Sicherheit. Aber wichtig im Kampf gegen Antisemitismus sei auch, dass Juden nicht als "Exoten" in der Gesellschaft behandelt werden: "Das jüdische und das muslimische Leben sind keine exotischen Inseln in der mehrheitlich christlichen Gesellschaft, sie sind ein unentbehrlicher und prägender Teil davon." Pletoukhina ist deshalb überzeugt: "Es war schon immer wichtig, dass jüdisches Leben in Deutschland sichtbarer ist und dass jüdische Stimmen gehört werden." Dazu trägt sie mit ihren Empowerment-Seminaren für junge Juden bei – gewissermaßen als Crashkurse gegen Antisemitismus.

22.15 Uhr: 1700 Jahre - Festakt zum jüdischen Leben
Moderation: Shelly Kupferberg

Mittwoch, 24. Februar 2021

21.00 Uhr: Die Geschichte der Juden – Die Kinder der Tora (4/5) Im Osten
Doku-Reihe, Großbritannien 2013

22.00 Uhr: nachtlinie extra Zu Besuch in der Bayreuther Synagoge
Gespräch, 2021, Moderation: Andreas Bönte

Die „nachtlinie extra“ ist zu Besuch in der Bayreuther Synagoge. Sie ist nicht nur die älteste Synagoge in Deutschland, die noch benutzt wird. Das Gotteshaus erzählt auch außergewöhnliche Geschichten. Erstaunlicherweise überlebte das Gebäude die Nazizeit, obwohl Hitler, der Richard-Wagner- Verehrer, in Bayreuth ein und ausging und Häuser, die Juden gehörten, abreißen ließ, wie es ihm gefiel. Die Synagoge überlebte auch die Zerstörung durch die Nazis während der Novemberpogrome 1938 und wurde nicht wie andere Synagogen angezündet und
niedergebrannt. Die Nazis befürchteten, dass das Nachbargebäude, die Oper, sonst auch Feuer fangen würde. Sie stürmten aber das Gotteshaus und verwüsteten und zertrümmerten alles innen. Die 28 Tora-Rollen wurden entwendet, Ritualgegenstände verschwanden spurlos. Das Gebäude war 1714 ursprünglich als „Markgräfliche Comödie“ gebaut worden. Im Jahr
1760 kaufte der sogenannte Hofjude Moses Seckel, der ein freundschaftliches Verhältnis zum Markgrafen Friedrich pflegte, ihm dieses Haus ab und bekam die Erlaubnis, eine Synagoge einzurichten. Aus dem Theater wurde ein Gotteshaus. Eine sensationelle Geschichte der Synagoge ist der Fund bei Renovierungsarbeiten 2009. Unter den Brettern des Dachbodens stießen Handwerker auf eine Genisa, einen Hohlraum zur Aufbewahrung jüdischer liturgischer Schriften. Es waren 8000 Fundstücke. Im Judentum müssen solche Schriften beerdigt oder dem natürlichen Verfall überlassen werden. Daher waren sie im Dachboden in der Genisa verstaut worden: bis zu 250 Jahre alte Schriften, darunter Zettel mit kabbalistischen Sprüchen oder Wünschen, wie man sie in die Klagemauer steckt. Felix Gothart, Vorsitzender der Israelitischen Kultusgemeinde in Bayreuth, führt Andreas Bönte durch die Synagoge und spricht über die lebendige Geschichte der Gemeinde. Er erklärt Grundlagen des Judentums, zeigt die Mikwe – das rituelle Tauchbad, das zu den reinsten Europas zählt – und packt ein paar Fundstücke aus der Genisa aus.

22.30 Uhr: Masel Tov Cocktail
Fernsehfilm, SWR 2020

Dima, 16, ist Sohn russischer Einwanderer, Schüler am Gymnasium und er ist Jude. Das wäre nicht der Rede wert, wenn nicht alle ständig darüber reden würden. So auch sein Klassenkamerad Tobi, der ihn eines Tages in der Toilette mit einem ziemlich schlechten Witz über das Schicksal der Juden in Deutschland provoziert. Dima könnte darüber hinweggehen, aber dazu hat er keine Lust – und so haut er Tobi eine rein. Dies hat einen Schulverweis zur Folge, verbunden mit der Auflage, sich bei Tobi zu entschuldigen. Sein Weg zu ihm wird zu einem rasanten Roadtrip durch die Stadt und durch eine Vielzahl von Begegnungen mit Menschen, die alle eine Haltung zu Juden, zum Judentum, zu dem, was sie für erwähnenswert halten, haben. Vom naiven Philosemitismus, über Ignoranz, Zionismus bis zum Antisemitismus erlebt Dima wie im Zeitraffer, was in Deutschland zum Judentum gedacht und laut oder leise gesagt wird. Am Ende trifft er an unerwarteter Stelle wieder auf Tobi und erneut reden sie über Juden. Diesmal könnte alles gut werden.

23.00 Uhr: RESPEKT kompakt Judenhass – alte neue Vorurteile und was wir dagegen tun können
Reportage, 2018, Moderation: Rainer Jilg

Donnerstag, 25. Februar 2021

19.15 Uhr: RESPEKT kompakt Judenhass – was tun gegen eine mörderische Ideologie?
Reportage, 2019, Moderation: Christina Wolf

Laut einer aktuellen Studie denkt ein Viertel der Deutschen antisemitisch. Warum Antisemitismus (immer noch) so häufig vorkommt und wie er am besten zu bekämpfen, will Christina Wolf für „Respekt“ herausfinden. Dazu forscht sie erst nach, wann und wie Antisemitismus entstanden ist – eine unselige Geschichte, die fast bis zu Christi Geburt zurückreicht. Um den modernen jüdischen Alltag kennenzulernen, besucht Christina Wolf die eher traditionelle Israelitische Kultusgemeinde in München. Und sie besucht die liberale jüdische Gemeinde Beth Shalom, die das Judentum bewusst „liberal“ und „zeitgemäß“ interpretiert. Im Gespräch mit Jüdinnen und Juden erfährt die Moderatorin, welche Erfahrungen sie im Alltag mit Antisemitismus gemacht haben. Die Rubrik „Zahlen und Fakten“ zeigt die Entwicklung antisemitischer Übergriffe. Antisemitismus hat aber auch andere Erscheinungsformen. Häufig „tarnt“ er sich als Kritik an der Politik Israels. Die Grenze zwischen legitimer politischer Kritik und Antisemitismus ist meist nicht leicht zu erkennen. Christina Wolf will mehr erfahren und reist nach Berlin, um eine Antisemitismusforscherin zu treffen. Um den jüdischen Alltag auch einmal selbst mitzuerleben, mietet sie sich kurzerhand einen Juden. „Rent a Jew“ nennt sich ein Projekt, das Begegnungen von jüdischen und nichtjüdischen Menschen fördert. Es vermittelt jüdische ehrenamtliche Referentinnen und Referenten z. B. an Schulen. Am Ende ihrer interessanten Reise kommt die  Moderatorin in der Reportage zu dem Ergebnis: Antisemitismus hat eine lange Geschichte und viele Formen. Ihm begegnen kann man mit Aufklärung und gegenseitigem Verständnis.

21.00 Uhr: Die Geschichte der Juden – Die Kinder der Tora (5/5) Das gelobte Land
Doku-Reihe, Großbritannien 2013

22.00 Uhr: Von Chuzpe und Schmonzes – Jüdischer Witz als Waffe der Wehrlosen
Dokumentation, Deutschland 2019

Im März steht das jüdische Purim-Fest an. Dann heißt es – wie im Fasching: Verkleiden, Trinken, Feiern! Witz und gute Laune sind aber nicht nur auf einige Tage im Jahr beschränkt. Jüdischer Humor zieht sich als eine Lebenseinstellung durch Alltag, Kultur und Religion. Dabei steht ein schier unerschöpfliches Arsenal an Witzen und Pointen zur Verfügung, das sich über viele Jahrhunderte auch als Selbstverteidigungsstrategie entwickelt hat. Was macht ihn aus, den jüdischen Humor, diese Mischung aus beißender Selbstironie, fatalistischem Galgenhumor und immer wieder Chuzpe, einer sympathisch vorgetragenen Frechheit. Was bedeutet jüdischer Humor heute? Ist er nur (noch) eine Konstruktion? Eine verblassende Erinnerung? Oder lebt Chuzpe einfach weiter?

Weitere Infos unter www.ard-alpha.de und www.br.de/juedisches-leben

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