Overhead-Projektor

Synonyme

Tageslichtprojektor, Tageslichtschreiber, Prokischreiber

Beschreibung

Der Overhead-Projektor dient zur Projektion von durchsichtigen Folien mit Schrift, Text, Grafiken, Skizzen u.a. bei Tageslicht an eine helle Fläche.Er funktioniert wie ein Dia-Projektor. Die Folie wird auf eine horizontale, von unten beleuchtete Arbeitsfläche gelegt. Die ebene Seite einer Fresnel-Linse ist die Arbeitsfläche. Mit einem Spiegel wird der vertikale Strahlengang zur Leinwand umgelenkt. Diese Technik sorgt auch dafür, dass die Kursleitung die Teilnehmenden ansehen kann. Sie hat den Inhalt der Folie seitenrichtig vor sich und kann ihn während der Projektion ergänzen. Manche Geräte haben Rollenfolien-Halterungen. Diese ermöglichen, fortlaufend auf dem Projektor zu schreiben.

Vorteile 

  • Bei der Arbeit mit dem Overhead-Projektor wird der Blickkontakt mit den Kurs- und Seminarteilnehmern nicht beeinträchtigt. Die Kursleitung sitzt oder steht am Gerät mit Blick zur Gruppe und der Raum braucht nicht verdunkelt zu werden.
  • Der Aufbau des Gerätes erfordert keine lange Vorbereitungszeit.
  • Die Kursleitung kann mit vorbereiteten Folien arbeiten und durch schrittweises Vorgehen (Aufleg-Klapp-Technik) Inhalte aufbauen. Darüber hinaus kann auf leere Folien verschiedenfarbig geschrieben bzw. gezeichnet werden (Tafelersatz).

Nachteile

  • Durch den Ventilator, der die Lampe kühlt, entsteht - je nach Bauart des Gerätes - ein störendes Geräusch.
  • Der Einsatz des Overhead-Projektors ist wenig geeignet für die Darstellung sehr komplexer Bewegungsabläufe.

Pädagogische Aspekte

Der Overhead-Projektor eignet sich sowohl zu einer bildhaften als auch zu einer entwickelnden Darstellung des Unterrichtsstoffes. Schriften, Zeichnungen, Formeln, zahlenmäßige Aufgaben oder auch technische Zusammenhänge können über eine bildhafte Projektion besser anschaulich gemacht werden. Zudem bleiben sie länger im Gedächtnis haften.
Werden entsprechende Folien übereinandergelegt, ergibt sich ein schrittweises Vorgehen. Ein begleitender Effekt ist, dass sich die Aufmerksamkeit der Kurs- und Seminarteilnehmer erhöht. Wirkungsvoll eingesetzte Farben und Formen unterstützen dies.
Die pädagogische Wirkung des Overhead-Projektors ist größer als die der üblichen Unterrichtstafeln. Der traditionelle Tafelanschrieb bleibt so lange stehen, bis der Platz für neue Anschriften benötigt wird. Die Kurs- und Seminarteilnehmer sind auf diese Weise ständig optischen Reizen ausgesetzt, die zum Teil gar nicht mehr zu den Erläuterungen der Kursleitung gehören. Optische Reize sind stärker als das Wort und können die Teilnehmenden ablenken. Der Overhead-Projektor hat diesen Nachteil nicht, da jede Projektion durch das Betätigen des "Aus-Schalters" beendet wird und die Aufmerksamkeit der Teilnehmenden auf ihre Kursleitung übergeht.

Hilfen für den Einsatz im Unterricht

Der Standort für den Overhead-Projektor sollte immer so gewählt werden, dass alle Kurs- und Seminarteilnehmer das projizierte Bild gut sehen können und das Gerät vom Platz der Kursleitung einfach zu erreichen ist. Als Projektionsfläche eignet sich eine Projektionsleinwand ebenso wie eine helle, glatte und einfarbige Wand.

Der Overhead-Projektor hat methodische Vorteile:
Setzt die Kursleitung ein solches Gerät ein, so wendet sie den Teilnehmern immer ihr Gesicht zu und kann den Blickkontakt zur Gruppe halten. Das Gerät kann jederzeit abgeschaltet werden und damit die Aufmerksamkeit auf nur das Wort oder ein anderes Medium gelenkt werden.
Wichtige Punkte werden mit Hilfe eines kleinen Zeigestocks, eines Bleistiftes oder Kugelschreibers auf der Durchsichtfolie gezeigt. Die Verwendung eines Fingers ist zu vermeiden, da es dabei zum völligen Abdecken der Folie mit der Hand kommen kann. Die Kursleitung muss dabei neben dem Gerät stehen, da ansonsten die Projektion verhindert wird.
Mit einem Overhead-Projektor lassen sich auch vorbereitete Folien mit Gliederungen, Texten bzw. Abbildungen sowie eigenen Darstellungen einsetzen. Spezialstifte zum Beschreiben oder zum Bemalen der Folien sind im Schreibwarenhandel erhältlich (wasserlöslich, wasserfest, unterschiedliche Stärken). Folien können auch mit Hilfe eines PCs gestaltet werden bzw. mit einem Kopierer Inhalte / Darstellungen aus z.B. Büchern auf Folie kopiert werden. In diesen Fällen ist es wichtig, darauf zu achten, die richtige Folie für das entsprechende Gerät (Drucker, Kopierer) zu verwenden.

Folienerscheinung

  • sauber
  • gut lesbar
  • übersichtlich gestaltet
  • verständlich
  • ansprechend (Zielgruppe - Thematik, Optik)
  • farbig (nach Möglichkeit)

Tipps zum Erstellen von Folien

  • zuerst ein Konzept für die Präsentation (Inhalte, Aufbau, Struktur und die Foliengestaltung) erarbeiten
  • durchgehend Hoch- oder Querformat verwenden
  • alle Folien sollten ein einheitliches Layout haben
    • Aufbau
    • Design
  • klar, übersichtlich, strukturiert
    • "Duftmarke" (z.B. Logo der VHS)
    • Überschrift
    • Unterüberschrift
    • Gliederung, Info-Feld-Inhalte
    • Fußzeile (z.B. Name)
  • eine Schriftart verwenden
  • Abkürzungen vermeiden
  • nicht bis zum Rand beschreiben
  • Schriftgröße mindestens 16 Punkt, besser 20 Punkt
  • maximal drei Schriftgrößen
  • maximal drei Farben
    • Rot        Wärme, Nähe, erregend
    • Blau    Kälte, Ferne, aber auch entspannend
    • Grün    Hoffnung, beruhigend
    • Gelb    hell, leicht, erheiternd
    • Weiß    Licht, rein, Stille, Leere
    • Grau    leblos, charakterlos
    • Braun    vertraut, gemütlich
    • Violett    unsachlich, zweideutig
    • Orange    Energie, Wärme
    • Schwarz    Distanz, hart, eng, schwer
  • ca. sechs bis acht Wörter je Zeile
  • Zeilenabstand 1,5 fach
  • ca. zehn Zeilen je Folie
  • optische Bezüge und Grafiken einsetzen
  • max. sechs Folien in 45 Minuten

Goldene Regel:

KISS!
Keep It Short and Simple!