Kursbeginn: Grundaussagen und „Erfüllungen“

  • Die Anfangssituation in einer Bildungsveranstaltung (Kurs, Seminar, Bildungsurlaub, etc.) ist für alle Beteiligten und in besonderer Weise für die Teilnehmenden eine sozial und inhaltlich wenig bekannte Situation.
  • Menschen lernen schwerer, wenn sie in emotionaler Unsicherheit und kognitiver Unklarheit gelassen werden.
  • Lernprozesse sind übersichtlich zu gestalten. Klare Schrittfolgen und Versicherungen der einzelnen Schritte ermöglichen bzw. erleichtern dabei den Lernerfolg.

Damit ein Kurs von seinen Teilnehmenden als erfolgreich erlebt und bewertet wird, müssen möglichst viele ihrer Erwartungen und Bedürfnisse erfüllt und befriedigt werden. Damit dies gelingen kann, müssen unterschiedliche Aspekte in den Blick genommen werden, wie am Beispiel der Gesundheitsbildung im folgenden Mind-Map gezeigt wird.
(Zum Vergrößern klicken Sie bitte auf die Darstellung.)

  • Seien Sie sich Ihres Einflusses als „Vorbild“ bewusst.
  • Hinterfragen Sie kritisch Ihr eigenes Verhalten und berücksichtigen Sie dies für die Planung.
  • Planen Sie die Kurseröffnung methodisch. Setzen Sie diese Planung um.
  • Verdeutlichen Sie durch Ihr eigenes Verhalten und Handeln, dass partnerschaftlich gelernt wird.
  • Geben Sie Orientierungshilfen.
  • Rufen Sie bei den Teilnehmenden möglichst keine negativen Erfahrungen aus der Schulzeit wach.
  • Rechnen Sie bei der Planung der ersten beiden Kursstunden mit Ergänzungswünschen bzw. Kritik. Planen Sie dies und fragen Sie es bei den Teilnehmenden ab. Berücksichtigen Sie Wün­sche und Kritik – wenn möglich – für die weitere Planung.
  • Integrieren Sie Teilnehmende, die zu spät kommen.
  • Verändern Sie das Kursprogramm bis zur ersten vereinbarten Zwischenkritik nicht.

Eine ausführlichere Einführung in den Kurs ist eine Investition, die sich auszahlt.

Kursleitung, Teilnehmende und der zu vermittelnde Stoff/Inhalt sowie die Bildungseinrichtung stehen in einem Beziehungsgeflecht, das von der Kursleitung auf drei Ebenen Kompetenzen erfordert:

  • Fachkompetenz
    Die Fachkompetenz ist eine Voraussetzung für die fachliche Eignung als Kursleitung.
  • Sozial-kommunikative Kompetenz
    Hier geht es um die Fähigkeit, mit allen Teilnehmenden so umzugehen (zu kommunizieren), das die Kommunikation zwischen den Teilnehmenden und zwischen der Leitung und den Teilnehmenden sich öffnet und positiv entwickeln kann.
  • Methodische Kompetenz
    Stoff/Inhalt kann auf verschiedene Art vermittelt werden. Die Kursleitung braucht für seine Tätigkeit in der Erwachsenenbildung Know-how in alle Fragen, die Kursdurchführung betreffend - welche Methode für welchen Inhalt, für welche Zielsetzungen und welchen Teilnehmerkreis.

Für den Verlauf eines Kurses sind neben der fachlichen Kompetenz der Kursleitung zunächst vor allem deren sozial-kommunikative Kompetenz und damit ihre Person und Persönlichkeit mit Kommunikation und Verhalten sowie der Lehrstil entscheidend.