Volkshochschulen fordern mehr Einsatz des Bundes für die Weiterbildung

Der Deutsche Volkshochschul-Verband e. V. (DVV), der bundesweit größte Dachverband der Weiterbildung, veranstaltete seine Mitgliederversammlung am Donnerstag, 4. Mai, am Sitz der Bundesgeschäftsstelle in Bonn, wo der Verband seit 1953 ansässig ist.  In der Bonner Volkshochschule begrüßte die DVV-Präsidentin, Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer, rund 70 Delegierte aus 16 Landesverbänden. Vor der offiziellen Eröffnung sprach Bonns Oberbürgermeister Ashok-Alexander Sridharan ein Grußwort.

Im Mittelpunkt der Mitgliederversammlung standen die Wahlprüfsteine zur Bundestagswahl 2017. Der DVV appelliert an die Parteien, sich für eine kraftvolle Weiterbildungsoffensive einzusetzen und die beträchtlichen Potenziale der Erwachsenenbildung zu nutzen, um den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu festigen und individuelle Entfaltung auch im Sinne einer nachhaltigen wirtschaftlichen Entwicklung zu fördern.

Der Deutsche Volkshochschul-Verband fordert eine stärkere Verantwortung des Bundes für die Weiterbildung: Als kommunale Pflichtaufgabe müsse sie bundeseinheitlich im Gesetz verankert und ausreichend finanziert werden. „Ohne eine Stärkung der Weiterbildung gerät das deutsche Bildungssystem in eine Schieflage. Dies gefährdet auch das gesellschaftliche Gleichgewicht“, betonte der DVV-Vorsitzende Dr. Ernst Dieter Rossmann, MdB.

Nach Auffassung der Volkshochschulen ist Weiterbildung entscheidend für den Abbau von Bildungshindernissen und für gesellschaftliche Integration und Teilhabe. Der DVV tritt deshalb für ein Bundesprogramm ein, das die Bildungsbedarfe der Menschen in Deutschland ungeachtet ihrer Herkunft und ihres Aufenthaltsstatus´ erfüllt und Zugewanderte und einheimische Bevölkerung gleichermaßen adressiert. Unter dem Titel „Zusammenhalt durch Weiterbildung“ fordern die Volkshochschulen eine lückenlose Sprachförderkette, flächendeckende Angebote für Grundbildung und Alphabetisierung sowie ein besonderes Augenmerk auf das Nachholen von Schulabschlüssen. Zudem gelte es, den politischen und interkulturellen Dialog zu fördern und den Zugang zur digitalen Wissensgesellschaft durch entsprechende Lernangebote zu ebnen.

Die Mitgliederversammlung ist das oberste Organ des Deutschen Volkshochschul-Verbandes e.V. und findet alle zwei Jahre statt. Als ordentliche Mitglieder entsenden die Landesverbände der Volkshochschulen Vertreterinnen und Vertreter der Landesgeschäftsstellen ebenso wie Vertreterinnen und Vertreter von Volkshochschulen. Stimmberechtigt sind außerdem die Verbandspräsidentin und der DVV-Vorsitzende sowie je eine Vertretung der drei kommunalen Spitzenverbände.

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05.05.2017 08:17 Alter: 79 Tage