Projekt VHS 2020 des Landesverbandes der Volkshochschulen – Umfrageergebnisse und Konsequenzen

Die Ergebnisse der Untersuchung zum Projekt VHS 2020 liegen vor. Ziel des Strategieprojektes ist, die Volkshochschulen auf die Anforderungen der Zukunft vorzubereiten. „Wir suchen Antwort auf die Frage: Wie können wir die flächendeckende Struktur und das gute Angebot der Volkshochschulen langfristig erhalten?“, so Wolfgang J. Domeyer, Vorsitzender des Landesverbandes. „Volkshochschulen gibt es überall im Land. Das ist unsere Stärke. Gerade im ländlichen Raum sind wir oftmals einziger Träger von Kultur und Bildung. Darüber hinaus ist auch die Funktion der Volkshochschulen als Zentrum dörflicher Kommunikation in solchen Regionen nicht zu unterschätzen. Und das soll so bleiben!“ Dabei ändern sich die Demographie und die Bereitschaft, sich ehrenamtlich zu engagieren. Darüber hinaus werden die öffentlichen Zuschüsse geringer. Das geht auch an den Volkshochschulen und Bildungsstätten im Landesverband nicht spurlos vorbei.

Im Rahmen des Projektes wurden Mitarbeiter und Personen des öffentlichen Lebens interviewt, wie sie die Zukunft der Volkshochschulen sehen. Die Ergebnisse wurden in einem Workshop diskutiert und in Projektideen eingebracht, die jetzt umgesetzt werden sollen.

Zentrale Ergebnisse der Umfrage sind:

  • Die Volkshochschulen sind bekannt und im Land etabliert.
  • Mit den Zeiten ändern sich die Ansprüche der Teilnehmer. Den neuen Gewohnheiten sollte durch eine höhere Flexibilität und die Nutzung des Internets bei Anmeldung und E-learning Rechnung getragen werden.
  • Die Kurse sollten in Inhalt und Werbung so aufbereitet werden, dass auch neue Milieus angesprochen werden.
  • Der Landesverband sollte sich an der Organisations- und Strategieentwicklung der Volkshochschulen beteiligt.
  • Um die flächendeckende Betreuung gerade auch der ehrenamtlich bzw. nebenberuflich geführten Volkshochschulen zu erreichen, müssen neue Formen gefunden werden, die dem veränderten Verständnis des Ehrenamtes Rechnung tragen.
  • Vernetzung und Kooperation mit anderen Volkshochschulen wird als zukunftsweisend angesehen.
  • Volkshochschulen sind wichtiger Bestandteil des Bildungssystems, sie ergänzen Kompetenzen und ermöglichen auch die Aufarbeitung von Bildungsdefiziten.

In den nun begonnenen Projekten wird erörtert,

  • ob mit Verbundsystemen die Standorte und  Bildungsangebote besonders im ländlichen Raum gesichert und Ressourcen besser genutzt werden können, 
  • wie durch eine stärkere Vernetzung der VHSn und Vernetzung der Software die Zugangsmöglichkeiten für die Kundinnen und Kunden erleichtert werden können,  
  • mit einer gemeinsame Marketingstrategie, einem möglichst gemeinsamen Auftritt in der  Öffentlichkeit und dem Ausbau der Qualitätsstandards auch in Zukunft ein höchst attraktives Angebot zu bieten.

Konkret könnte das bedeuten, dass Volkshochschulen in Verflechtungsräumen oder Kreisen in Bereichen wie Service, Vertrieb, Marketing und Verwaltung kooperieren. Das könnte eine flächendeckende Präsenz selbst unter schwierigen demographischen Bedingungen ermöglichen.

Die Bereitschaft zur Kooperation gilt auch für den Landesverband und seine Geschäftsstelle. Er wird sich in Zukunft stärker im Bereich Organisationsentwicklung engagieren. Darüber hinaus ist beabsichtigt, Qualitätsstandards und  Qualitätssicherung in der öffentlich geförderten Weiterbildung auszubauen, ebenso wie den technischen und administrativen Support gerade für die Volkshochschulen im ländlichen Raum.

Diese Ideen sollen nun im Dialog mit allen Beteiligten, insbesondere dem Land, den Kreisen und Kommunen realisiert werden.

Übermittlung Ihrer Stimme...
Klicken Sie auf den Bewertungsbalken, um diesen Artikel zu bewerten.
27.05.2010 09:49 Alter: 104 Tage