Bildungsstätten in Schleswig-Holstein existentiell bedroht

Die Landesregierung Schleswig-Holstein gefährdet durch die für die Jahre 2011 bis 2012 geplanten Einsparungen die Bildungsstätten im Land. Die erfolgreiche Arbeit muss in den nächsten Jahren drastisch reduziert oder vollständig eingestellt werden.
90.000 Menschen nahmen im vergangenen Jahr an den über 2.200 Veranstaltungen teil, die in den Bildungsstätten des Landes stattfanden. Die Einrichtungen beschäftigen 210 Mitarbeiter. Mehr als 1.100 weitere Honorarkräfte werden darüber hinaus für bestimmte Projekte tätig. Die Fördermittel des Landes Schleswig-Holstein für die Arbeit der Bildungsstätten sind eine gute Investition: Aus jedem Euro Fördergeld des Landes generieren die Bildungsstätten 4,32 €, die die Teilnehmer zusätzlich für Kultur und Bildung aufbringen.

Bereits die im Jahr 2010 durchgeführten Kürzungen in Höhe von 10% haben die Arbeit der Bildungsstätten in Schleswig-Holstein erheblich beeinträchtigt. Bildungsangebote mit hohem Zuschussbedarf wurden reduziert. Davon sind insbesondere Projekte für Kinder, Jugendliche und Familien sowie für körperlich und sozial Benachteiligte betroffen. Der Jugendhof Scheersberg musste Angebote für Familien und Trainingsseminare für Schüler reduzieren. In der Nordsee-Akademie Leck mussten Theaterveranstaltungen gestrichen und kulturelle Veranstaltungen zurück gefahren werden. Die Akademie am See auf dem Koppelsberg in Plön wurde gezwungen, ihre kulturellen Angebote um ein Drittel zu reduzieren. Das Nordkolleg musste bereits einen Ausbildungsplatz streichen und die Teilnahmegebühren erhöhen. Die Akademie Sankelmark hat die Zahl ihrer Mitarbeitenden reduziert.

Der Verkauf des Landeskulturzentrums in Salzau ist jetzt schon beschlossene Sache.
Die für 2011/12 nun angekündigten Sparmaßnahmen von 30% werden die Situation der Bildungsstätten dramatisch zuspitzen. Werden die geplanten Kürzungen Realität, dann müssen mehrere Bildungsstätten schließen. Sämtliche Einrichtungen werden zu Entlassungen von Mitarbeitern gezwungen sein. Die Bildungsstätten können der Nachfrage nach politischer und kultureller Bildung nicht mehr mit entsprechenden Angeboten gerecht werden.

Übermittlung Ihrer Stimme...
Klicken Sie auf den Bewertungsbalken, um diesen Artikel zu bewerten.
27.05.2010 10:58 Alter: 2 Jahre