7,5 Millionen funktionale Analphabeten in Deutschland
Die Volkshochschulen in Schleswig-Holstein unterstützten die bundesweite Initiative zum Grundbildungspakt für Erwachsene
Ende Februar wurden erstmals belastbare Zahlen zur Größenordnung des Funktionalen Analphabetismus veröffentlicht. Die so genannte Level-One Studie* von Anke Grotlüschen, Professorin an der Universität Hamburg, kommt zu dem Ergebnis, dass über 14% der erwerbsfähigen Bevölkerung oder 7,5 Millionen Menschen Deutschland kaum lesen und schreiben können.
Die Volkshochschulen in Schleswig-Holstein widmen sich schon seit Ende der siebziger Jahre der Alphabetisierung. Mehr als 30 Volkshochschulen im Land bieten Kurse an. In fünf Regionalstellen für die Alphabetisierung können sich Betroffenen, Angehörige und interessierte Multiplikatoren beraten lassen. Diese Basisstruktur hat der Landesverband der Volkshochschulen mit finanzieller Unterstützung der Kommunen, des Landes und der Europäischen Union entwickelt.
In Schleswig-Holstein besuchen gegenwärtig rd. 600 Erwachsene Volkshochschulkurse, in denen nachträglich lesen und schreiben gelernt wird. Um die Analphabetenrate in Schleswig-Holstein langfristig zu senken, bräuchte es in jedem Jahr rund 3500 Teilnehmer in den Kursen der Volkshochschulen.
Der Landesverband der Volkshochschulen Schleswig-Holsteins begrüßt und unterstützt deswegen die Initiativen zu einer nationalen Offensive zur Stärkung von Lese- und Schreibkompetenz, mit der die Präsidentin des Deutschen Volkshochschul-Verbandes (DVV) Prof. Dr. Rita Süssmuth auf die Zahlen reagierte. Die jetzt vorgelegten Ergebnisse der Alphabetisierungsforschung bestätigen den Landesverband und seine Volkshochschulen in den Bemühungen, die Kurs- und Beratungsstruktur wohnortnah und flächendeckend weiterzuentwickeln. Um den Betroffenen Mut zu machen und das Lernen zu ermöglichen, bedarf es der Unterstützung aller gesellschaftlichen Kräfte.
Experten sprechen von Funktionalem Analphabetismus, wenn eine Person zwar einzelne Wörter oder Sätze lesen kann, jedoch keine zusammenhängenden - auch kürzere - Texte lesen oder schreiben kann. Die betroffenen Menschen haben es schwer auf dem Arbeitsmarkt und im alltäglichen Leben. Scham und Angst vor Entdeckung wirken sich oft auf alle Lebensbereiche aus.
*Eine ausführliche Übersicht der Ergebnisse der „Leo Level-One Studie“ finden Sie unter folgendem Link: http://blogs.epb.uni-hamburg.de/Leo/.






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